Unsere Gärten werden immer kleiner. Um sich trotzdem ungestört im Garten entspannen zu können, umrahmt meist eine Hecke den Garten.
Wenn man sich umschaut, möchte man glauben, es gibt für die Anlage einer Hecke nur 2 Pflanzen: Kirschlorbeer und Thuja. Beide Pflanzen sind für unsere Vogel- und Insektenwelt allerdings wenig nützlich. Denn viele Vögel fressen bevorzugt heimische Beeren. Und viele pflanzenfressende Insekten wie Schmetterlingsraupen, Blattläuse oder Wildbienen können sich nur von heimischen Wildpflanzen ernähren.
Dabei gäbe es tolle heimische Sträucher als Alternativen!
Heimische Sträucher können mehr
Die Kornelkirsche (Cornus mas) ist ein trockenverträglicher Strauch, der bereits im März gelb blüht. In dieser Zeit hört man den Strauch förmlich, da so viele Insekten die Blüten besuchen. Die Kornelkirsche kann beliebig in Form geschnitten werden. Da die Blüten am älteren Holz sitzen, blüht auch eine Schnitthecke wunderschön. Nur eilig darf man es nicht haben. In den ersten paar Jahren wächst die Pflanze kaum, später über 30 cm im Jahr.
Etwas schneller geht es mit dem Gemeinen Liguster (Ligustrum vulgare). Er kann bis zu 120 cm im Jahr wachsen. Um in Form zu bleiben benötigt er 2 Schnitte im Jahr. Dadurch verzweigt er sich stark und ist auch im Winter ohne Laub fast blickdicht. Zudem lieben Spatzen Ligusterhecken als Aufenthaltsort.
Auch mit der Hainbuche (Carpinus betulus) lassen sich tolle Schnitthecken inkl. Torbögen gestalten. Sie ist in der Pflege unkompliziert und äußerst trockentolerant. Im Herbst verfärben sich die Blätter von gelb auf braun. Noch bunter wird es im Herbst mit einer Schnitthecke aus Feldahorn (Acer campestre). Seine Blätter verfärben sich intensiv gelb bis rot.
Privatsphäre auch im Schatten
Rotbuchen (Fagus sylvatica) kennt man als bis zu 30 m hohen Baum aus dem Wald. Schneidet man Buchen allerdings jährlich, kann man wunderschöne Schnitthecken im Schatten anlegen. Vor allem das grün-glänzende Laub verleiht einer Buchenhecke ihren eigenen Charme.
Wer es gerne immergrün hat, kann die Europäische Eibe (Taxus baccata) für eine Schnitthecke im Schatten verwenden. Die Pflanze ist für Menschen zwar äußerst giftig, Vergiftungsfälle sind jedoch sehr selten. Das rote „Fruchtfleisch“, eigentlich ein Arillus, ist nicht giftig. Nur der grüne Samen im roten Arillus sowie die Nadeln sind stark giftig. Allerdings: Auch Thuja und Kirschlorbeer sind giftig. Die roten Scheinfrüchte sind bei Vögeln allerdings sehr beliebt.
Aufpassen sollte man, wenn man eine Hecke aus Europäischer Stechpalme (Ilex aquifolium) pflanzt. Ihre roten Beeren und auch Blätter sind giftig. Eine solche Hecke sollte nicht unbedingt entlang eines von Kindern stark frequentierten Fußweges gepflanzt werden. Ansonsten bezaubert die Stechpalme mit ihren glänzenden Blättern, weißen Blüten und roten Früchten im Herbst und Winter.
Die beste Zeit eine solche Hecke anzulegen ist im Herbst.
In dieser Zeit können auch wurzelnackte Pflanzen, die meist günstiger sind als Topfpflanzen, verwendet werden. Vögel und Schmetterlinge wird es auf alle Fälle freuen!
Mit Unterstützung von Land Tirol.